Kodak Tri-x – die Legende lebt!

Der Kodak Tri-x ist bereits zu Fabrikationszeiten eine Legende, wird dieser Film doch bereits seit 1954 hergestellt. Legendäre Fotografen schufen legendäre Fotos mit diesem Film. Der Tri-x ist das Chameleon unter den Schwarz Weissen. Er ist das Arbeitstier von Fotojournalisten wie Sebastiao Salgado und von Lichtperformern wie Michael Kenna und Roman Loranc. Dieser Film kann „fast“ alles (siehe weiter unten). Man kann ihn pullen und pushen, endlos Tonwerte herausholen oder hart und körnig entwickeln. Ob Standardentwicklung, Standentwicklung, Caffenol Entwicklung, er macht alles mit und das, die nötige Erfahrung vorausgesetzt, brillant.

Moderne Flachkristall-Filme mögen schärfer sein, dafür haben sie eine etwas steilere Charakteristik und müssen präziser belichtet werden. Für Grossformatfotografen, die jedes einzelne Negativ gesondert entwickeln mag das kein Problem sein, Kleinbild und Rollfilmanwender die bei der Entwicklung stets Kompromisse eingehen müssen haben es da schon schwerer. Hier erleichtert der Tri-x die Arbeit.

Ausserdem handelt es um einen panchromatischen Film. Das heisst dass dieser Film über den gesamten Bereich des menschlichen Auges von etwa 400 nm (blau-violett) bis 780 nm (tiefrot) empfindlich ist. Wozu ist das gut?

Nun, in der schwarz weiss Fotografie bietet es sich an mit Farbfiltern zu arbeiten. Farbfilter haben die Eigenschaft die abzubildende gleiche Farbe wie der Filter heller abzubilden und die im Farbkreis gegenüberliegende Farbe dunkler abzubilden. Würde z.B. eine rote Rose ohne Filter fotografiert werden würde ein überaus langweiliges Foto entstehen weil das Rot und das Grün der Blume ähnliche Tonwerte aufweisen und somit ziemlich flau abgebildet würden. Schraubt man nun einen Rotfilter vor die Linse, dann wird das Rot der Blüte heller abgebildet und das im Farbkreis gegenüber liegende Grün dunkler wiedergegeben. Die Blume wird wunderbar kontrastreich und kraftvoll abgebildet.

Ein anderer Film den ich gerne nutze ist der Fuji Acros. Dies ist ein orthopanchromatischer Film. Das bedeutet dass dieser Film nur bedingt rotsensibel ist. Durch diese relative Rot-Farbblindheit macht es keinen Sinn einen Rotfilter zu benutzen. Dass ich den Acros dennoch gerne benutze liegt daran dass der Schwarzschildeffekt absolut berechenbar ist. Schwarzschildeffekt heisst dass bei Belichtungen ab 1 Sekunde die Filmempfindlichkeit je nach Filmmaterial exponentiell abnimmt, also länger belichtet werden muss. Der Tri-x benimmt sich in dieser Disziplin eher wie eine Diva. Nicht genug damit dass durch das veränderte Schwärzungsverhalten massiv verlängerte Belichtungszeiten errechnet werden, auch die Entwicklungszeiten müssen ebenso massiv (bis zu 30 %) verkürzt werden. Einfach mal zwischendurch eine Langzeitbelichtung machen oder wie in der Lochkamera üblich ständig wechselnde Langzeitbelichtungszeiten (meine persönliche Grammatik 🙂 ) machen den Tri-x in diesem Fall schwer berechenbar.

Soviel zur Theorie, für meine anstehende Indienreise habe ich für die Leica 30 Kodak Tri-x, 10 Fuji Acros, 10 Maco Rpx 100 und 10 Kodak Ektar Farbfilme eingepackt. Dazu noch 10 Rollfilme (Mittelformat) Kodak Ektar und 10 Rollfilme Fuji Acros für die Lochkamera. Ich freue mich aufs fotografieren und die Bilder.

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