Gute Fotografie Teil II

Na da habe ich mir ja was eingebrockt. Über Gute Fotografie zu schreiben ist ungefähr so einfach wie wenn man ein Essen zubereiten müsste das allen Gästen gleichermassen gut schmeckte. Immerhin, über nichts lässt sich vortrefflicher streiten als über Geschmack.

Man muss sich die Frage stellen ob es überhaupt möglich ist Gute Fotografie zu definieren. Und weiter, was ist dann schlechte Fotografie? Kann womöglich ein schlechtes Foto gute Fotografie sein? Vielleicht weil es das einzige seiner Art ist? Du merkst worauf ich gleich zu Anfang hinaus will. Gute Fotografie kann, muss aber nicht technisch perfekt sein. Ich wage sogar die Aussage, dass weit über die Hälfte aller aussergewöhnlichen Fotos erst durch bildtechnische Fehler (welche der gute Fotograf bewusst spielen lässt) interessant sind.

Die Fotoindustrie wird nicht müde dem Konsumenten einzubläuen dass mit dem neuesten Modell bessere Fotos entstünden. In der Tat ist es so dass Soft- und Hardware ständig fortentwickelt werden. Moderne Kameras bieten hochauflösende Sensoren und alle möglichen und unmöglichen Funktionen. Das fängt beim Antiverwackelsensor an und hört bei der Lächelfunktion auf (Kamera löst nur aus wenn die Person lächelt – und die Augen offen sind 🙂 ). Fürs Familienalbum eine gute Sache!

Doch es gibt darüber hinaus noch eine andere Art der Fotografie. Das ist die Art der Fotografie bei der der Fotograf seine Vision umsetzt. Diese Vision von der schon der altehrwürdige Landschaftsfotograf Ansel Adams sprach hat meist nicht viel zu tun mit dem einfachen ablichten eines Motivs. Ich möchte fast sagen einer Fotokopie des Motivs.

Hier geht es einzig und allein um das Spiel mit Licht und Schatten, mit Schärfe und Unschärfe. Es geht um geometrische Formensprache, dem Einhalten oder dem bewussten Brechen der Bildgestaltungsregeln und natürlich ganz besonders der Bildaussage. Sozusagen der Story im Bild. All diese Bildrelevanten Faktoren sind das Resultat eines Prozesses der von Anfang an durchdacht ist.

Mit der Idee fängt es also an.  Danach beginnt die Recherche. Wo kann  ich die Idee umsetzen? Welches Licht brauche ich? Welche Ausrüstung? Eventuel welches Model? Welche Kleidung und welche Aufmachung braucht das Model? Wie wird das Foto weiterverarbeitet? Wie wird es präsentiert? All diese Fragen wollen beantwortet sein!

Dieser Prozess kann auch spontan passieren wenn der Fotograf sein Handwerk versteht. Anders wäre Streetfotografie (bitte die Echte – in der Art eines Cartier Bresson) oder Dokumentarfotografie gar nicht denkbar. Wobei zu sagen ist dass auch in diesen speziellen Genres eine gewisse Grundplanung vonnöten ist.

Wenn alles zusammenkommt, dann entsteht Gute Fotografie. Einzig sie weckt Emotionen, einzig sie ist mein Ziel. Für mich heisst das also noch viel üben, üben, üben….

Was meinst Du?

Übrigens, der schnellste Weg mit Fotografie Geld zu verdienen ist seine Fotoausrüstung zu verkaufen!

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4 Gedanken zu “Gute Fotografie Teil II

  1. Danke für den link. Den Feininger habe ich mittlerweile durchgearbeitet. Es ist mit Sicherheit eines der besten Lehrbücher auf dem Markt. Ich bin jetzt an „Die Kunst der Fotografie“ von Bruce Barnbaum. Ich schreibe einen Artikel dazu sobald ich es bis zum Ende gelesen habe.

    • Bin schon gespannt auf deinen geplanten Artikel. Beim Stöbern auf deiner website fielen mir gewisse Parallelen ins Auge – beispielsweise besaß ich auch schon eine Nikon FM plus einem WW f2/35mm Nikkor.

      Unterwegs nutze ich seit gut 30 Jahren i.d.R. meine M4-P mit dem f2/35mm Summicron M. Das Zweitgehäuse (M6) sowie das Tele-Elmarit M 2,8/90mm kommen meist nur bei Gesichtsprotraits oder für (einhändige) Luftaufnahmen zum Einsatz.

      Während ich die Perspektive erlaufe, schätze ich den Lichtwert der Szene mit den Augen und stelle die Entfernung schon mal grob am Objektiv ein (an das gleichschenkelige Dreieck des 35er Standardweitwinkels habe ich mich prima gewöhnt).

      Zuhause fotografiere ich am liebsten im Mittelformat 6×6 (500C/M & f2,8/80mm Zeiss Planar) ab Wolf Holzstativ, welches eigentlich für schwere Messgeräte bis 30kg konzipiert wurde …

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