Test Close-up Linse Marumi Achromat +5 Dioptrien

Die Welt des Kleinen ist eine faszinierende Disziplin der Fotografie. Um kleine Motive ohne Makroobjektiv dennoch groß abzubilden zu können gibt es im Wesentlichen 3 Hilfsmittel:

  • Zwischenringe – dies sind Tuben verschiedener Länge die zwischen die Kamera und das Objektiv gesetzt werden um die Naheinstellgrenze zu verkürzen
  • Balgengeräte – funktionieren nach dem selben Prinzip wie die Zwischenringe
  • Nahlinsen – dies sind sozusagen Lupengläser die es in verschiedenen Stärken zu kaufen gibt (man kann sie auch kombinieren) und vor die Frontlinse aufgeschraubt werden

Wer nur selten nah ran ans Motiv will und sich nicht gleich ein Makroobjektiv kaufen möchte wird am ehesten zu Zwischenringen oder Nahlinsen greifen.

Ich habe mich für eine achromatische Nahlinse von Marumi entschieden weil diese Linsen von höchster Qualität sind. Achromatisch heisst dass 2 Linsen übereinander liegen um die verschiedenen Farbwellen zu bündeln und damit Farbsäume zu vermeiden. DHG (Digital High Grade) ist die Bezeichnung für die hocheffiziente Vergütung die Lichtstreuungen und Reflexionen verhindert.

Die Verwendung der Nahlinse erfordert fast zwangsweise das arbeiten mit Stativ weil schon geringste Entfernungsveränderungen zum Motiv und Verwacklungen die Schärfe beeinflussen.

Ich füge 2 Fotos an. Das erste Motiv ist das Cover von einem kleinen Album aus handgeschöpftem Papier. Der Ausschnitt im Original ist rund 9 cm groß. Aufgenommen habe ich das Foto mit meiner Mittelformatkamera im Format 6 x 6 cm mit dem Normalobjektiv 80mm (was bei Kleinbild etwa 50 mm entspricht). Mit einem Objektiv von größerer Brennweite erzielt man höhere Maßstäbe.

Technische Daten:

Kamera: Zenza Bronica SQ-Ai mit Zenzanon PS 80mm

Film: Kodak Porta 160

Blende 8,5  bei 1/8″ Verschlusszeit / Spiegelvorauslösung

gescannt mit meinem 10 Jahre alten Flachbettscanner Epson 4870 bei 2400dpi (real wird es wohl die Hälfte sein)

Hier ein 100% Crop (im Original etwa 1,2cm groß):

Beim zweiten Foto war mir wichtig das Bokeh, also die Darstellung des Unschärfeverlaufs aufzuzeichnen. Ich habe hierfür ein paar Kunstrosen im Gegenlicht bewusst in den Unschärfebereich gelegt. Hier das Ergebnis (ein Ausschnitt vom Original):

Wie man sieht wird das harmonische Bokeh vom Zenzanon Objektiv nicht negativ beeinflusst.

Dieser kleine Test bietet zwar keine wissenschaftlichen Daten, er ist einfach nur aus dem normalen Fotoalltag herausgegriffen. Ich denke aber man bekommt einen ungefähren Eindruck was mit einer Nahlinse möglich ist wenn diese von hoher Qualität ist. Ich gebe noch zu bedenken daß mit einer modernen DSLR schärfere Fotos möglich sind.

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9 Gedanken zu “Test Close-up Linse Marumi Achromat +5 Dioptrien

  1. Hi Gilles,
    ein interessanter Test, hab bisher noch nicht Nahlinsen verwendet, statt dessen gleich zum Makro gegriffen. Scheint als Immerdabei aber eine gute Alternative zu sein.
    Danke fürs Zeigen.
    VG Stefan

  2. Es freut mich wenn Du etwas damit anfangen kannst.

    Noch zur Ergänzung: 5 Dioptrien sollten es schon sein, vielleicht noch eine 3er dazu zum kombinieren.

    Schöne Grüsse, Gilles

  3. Hi, sehr interessant, ich habe noch nie mit diesen Dingen gearbeitet. Man kann sicher auch eine Nahlinse vor ein Macro schrauben, um die Einstellgrenze zu verringern oder ist das eher nicht empfehlenswert? LG, Conny

  4. Da ich leider auch noch kein Makroobjektiv besitze, habe ich mir auch eine Nahlinse mit +5 Dioptrien angeschafft – so ganz zufrieden bin ich damit nicht: Man muss die Blende schon ziemlich schließen und selbst dann ist es mit der gewünschten Schärfe nicht immer optimal (es soll ja nicht alles unscharf sein). Daher benutze ich für Makroaufnahmen meistens wieder mein Standardobjektiv mit etwas offenerer Blende und schneide das Foto hinterher zu 😉
    Viele Grüße , Netty

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