Heuschrecken – die achte Plage Gottes!

Heuschrecken – die achte Plage Gottes!

Ich bin kein besonders religiöser Mensch. Nachdem ich mit eigenen Augen gesehen habe was Heuschrecken anrichten können, kann ich aber gut nachvollziehen weshalb es die Heuschrecken unter die Top Ten der biblischen Plagen geschafft haben.

Mit unseren Motorrädern fuhren mein Bruder Claude, Jean-Paul und ich eine kleine marokkanische Piste irgendwo im Nirgendwo entlang.  Die Mittagssonne setzte uns zu, so dass wir regelmässig pausierten und viel Wasser tranken. Einer von uns entdeckte auf dem heissen Wüstenboden eine gut 5 cm lange Heuschrecke. Wir bestaunten das einsame Tierchen, verschwendeten aber bei der Weiterfahrt keine weiteren Gedanken darauf. Zu sehr fesselte uns die fantastische Landschaft Marokkos.

Tage später bogen wir in Guelmin rechts ab Richtung Atlantik. Nur wenige Kilometer weiter lenkten wir unsere voll beladenen Maschinen in einen schmalen Schotterweg der uns zum Tagesziel, dem Fort Bou-Jerif (http://www.boujerif.com/) führen sollte.

Unterwegs kroch ein ungewohnter sich intensivierender süßlich fauler Gestank in unsere Nasen. Jean-Paul der vorne fuhr verlangsamte auf einmal seine Fahrt, wohl etwas erschrocken über das was sich vor uns ausbreitete. Das ganze Gelände samt Strasse war übersät mit Heuschrecken. An manchen Stellen sassen sie auf dem Boden, an anderer Stelle hoben sie wie eine Wolke ein paar Meter hoch ab. Genau das taten sie auch als wir mit unseren Motorrädern durch den Schwarm hindurch fuhren. Sie hoben ab und bedingt durch die Fahrt klammerten sie sich an uns fest. Mit einer Hand klopften wir zumindest auf der Brust und um den Kragen herum die Viecher ab, mit der anderen probierten wir so gut es ging die schweren Enduros auf Kurs zu halten. Brrrhhhhhhhh………..!

Am Fort Bou-Jerif angekommen meldeten wir uns erst einmal an der Rezeption. Die Besitzer der Anlage, das französische Ehepaar Evy und Guy Dreumont waren total verzweifelt. 17 Jahre lang hatten die beiden alle Energie aufgebracht um das beachtenswerte Refugium ein klein wenig zu begrünen. Wasser gibt es nur aus einem 33 m tiefen Brunnen. Und nun frassen die Heuschrecken alles grün weg.  Bei unserer Ankunft am späten Nachmittag waren bereits die oberen Spitzen der Bäume kahl gefressen, am nächsten Morgen war alles grün weg, aufgefressen! 

Alle paar Jahre breitet sich in Afrika eine Heuschreckenplage aus. In 2004 war nach 1988 besonders schlimm. Ganz Nordafrika war betroffen. Viele Menschen verloren Ihre gesamte Ernte und damit auch Ihre Lebensgrundlage.

Hier noch ein link dazu:  http://www.geolinde.musin.de/afrika/html/t_afrheuschreck1.htm


4 Gedanken zu “Heuschrecken – die achte Plage Gottes!

  1. Ich denke schon dass es eine Plage ist. Einzeln sind sie ja harmlos und niedlich.
    Ich hatte den ganzen Sommer über eine Gottesanbeterin im Garten. Ich war geteilt mit Freude und Aerger, sie hat auch Schaden angerichtet. Gut festgehalten .LG Thee

  2. Danke für Deine Rückmeldung. Für mich bleibt immer ein leicht schauriger Gedanke an die Situation wo wir während dem Motorradfahren übersät waren mit den Biestern. Wie in einem Hitchcock Film
    LG, Gilles

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